John McCain mag keine Korruption

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Man mag über seine politischen Positionen streiten, aber mit Ausnahme der sogenannten „Keating-Five“-Affäre, die auf ihn bezogen möglicherweise gar keine war, hat sich McCain bislang nichts zu schulden kommen lassen.

Ein starkes Indiz dafür, dass er es genau nimmt mit der Wahrhaftigkeit in allen Lebenslagen zeigt sich beim derzeitigen EADS-Tumult, dessen Anfänge ins Jahr 2004 zurück reichen. Ein 40 Milliarden Dollar schwerer Auftrag über 179 Tankflugzeuge für die US Air Force hätte ursprünglich an Boeing gehen sollen. Eine mit den Verhandlungen betraute leitende Angestellte der Air Force wurde allerdings noch vor Abschluss der Verträge von Boeing übernommen. In diesem Zusammenhang wurden Haftstrafen verhängt, weitere Mitarbeiter beider Seiten mussten gehen.

Nun geht der Auftrag an den europäischen Rüstungsverbund EADS, weil McCain sich dafür stark machte und dazu auf die Korruptionsvorgänge bei Boeing verwies.

Dafür wird er selbstredend von Demokraten, aber auch von Republikanern kritisiert, weil Tausende von Arbeitsplätze bedroht sind bzw. nicht entstehen. Das könnte ihm im Wahlkampf schaden.

Ein großes Trostpflaster für die USA: Die Flugzeuge werden im Bundesstaat Alabama gefertigt. Für Boeing ein schwacher Trost.

Meine Meinung: McCain ist in solchen Dingen einer der letzten Unbestechlichen. Beweisen kann ich das nicht. Mehr so ein Gefühl.

UPDATE 11.03.2008

Boeing fechtet die Vergabe an EADS an. Verständlich.  Bei 40 Milliarden würde ich auch das Granteln anfangen.
— Claudia

(Grafik: algore2008.de)