In einer Serie von Beiträgen werden Kriegsverbrechen Israels geschildert.

Der Grund für diese Dokumentation besteht nicht darin, daß Israels Armee besonders grausam wäre.

Der Grund besteht darin, dass Israels Politiker sie schon immer als besonders “moralisch” darstellen.

Moralischste Armee der Welt

Die moralischste Armee der Welt” – das war und ist nach Ansicht der meisten israelischen Politiker und Bürger Israels ihre eigene, die Israeli Defense Forces (IDF, auch Zahal genannt).

Das ist ein Märchen.

Schlimmer: Das ist blanker Zynismus.

Wer von sich in die Welt posaunt besonders moralisch zu sein – egal ob katholische Bischöfe, christsoziale Politiker oder israelische Generäle – muß damit rechnen an dieser Meßlatte auch gemessen zu werden.

Die israelische Armee ist nicht “besser”, ist nicht “moralischer” als andere. Sie ist auf der Skala der Brutalität aller Armeen bestenfalls “normal”.

Die Kriegsgeschichte Israels von 1948 bis heute zeigt, dass es so etwas wie eine “moralische Armee” nicht gibt und nicht geben kann.

Jede Armee besteht aus guten und schlechten Menschen

Dafür gibt Uri Avnery die seit jeher gültige Erklärung, die für alle Armeen der Welt gilt:

jede Armee besteht aus allen Arten von Menschen,
anständige Jugendliche mit moralischem Gewissen
neben Sadisten, Schwachsinnigen und anderen, die an moralischem Wahnsinn leiden.

In einem Krieg gibst du allen Waffen und eine Lizenz zum Töten,
und die Ergebnisse sind vorhersehbar.

Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen einem Krieg, der immer gewalttätig ist, und einem enthemmten Krieg.

Wenn die politische oder militärische Führung carte blanche gibt fallen auch die letzten menschlichen Hemmungen. Die Guten werden dann eingeschüchtert, und die Bösen ermuntert.

Die politische und militärische Führung Israels hat seit 1948 immer wieder grünes Licht gegeben, möglichst hart zuzuschlagen.

Kriegsverbrechen Israels 1948/49

Anschlag auf das König David Hotel in Jerusalem / Ermordung von Lord Moyne / Ermordung englischer Soldaten.

Zur Vertreibung der Palästinenser: Auszüge aus dem Kriegstagebuch eines jüdischen Soldaten.

Das Massaker von Deir Jassin (Teil I), (Teil II)

Vergewaltigungen im Krieg: Eine Einheit der israelischen Armee hat ein Bedouinen-Mädchen entführt, vergewaltigt und getötet.

Kriegsverbrechen der Kommandoeinheit 101 unter Ariel Scharon (1953)

Das Massaker von Qibya (14. Oktober 1953)

Kriegsverbrechen Israels im Libanonkrieg (ab 1982)

Das Kriegstagebuch des Oberstleutnant Dov Yermiya schildert zahlreiche Vergehen und Verbrechen seiner Armee.

Beihilfe der israelischen Armee zum Massaker in der palästinensischen Flüchtlingslagern von Sabra und Schatila.

Israels Vorgehen in der Ersten Intifada (1987)

Verteidigungsminister Jitzchak Rabin gab seinen Soldaten die Losung aus: “Brecht ihnen die Knochen“.

Kriegsverbrechen der israelischen Armee in der Westbank / Zweite Intifada (ab 2000)

Schockierende Berichte der israelischen Gruppe ehemaliger Soldaten “Breaking the silence” (Das Schweigen brechen) über rechtswidriges Verhalten ihrer Armee im arabischen Westjordanland.

Kriegsverbrechen Israels gegen Gaza (2008/09)

Im Gaza-Krieg 2008/09 setzte Israel Brandbomben mit Weissem Phosphor auch gegen die Zivilbevölkerung ein.

— Schlesinger

** Zugegeben: Scharon sagte das unter dem Eindruck des verheerend blutigen Anschlags der Hamas auf eine Hochzeitsgesellschaft in Netanja tags zuvor. Aber er fordert den “hohen Preis” von “den Palästinensern”, nicht von “der Hamas”, und er ließ seine auf Rache sinnende Armee in die Westbank im Osten einmarschieren, nicht in die Hamas-Hochburg Gaza im Westen. An der brutalen Gesinnung von Scharon kann es ohnehin keinen Zweifel geben.