Zentralrat: SS-Mann Grass ist der ewige Antisemit

Günther Grass SS Mann

SS-Mann Grass hat nie aufgehört SS-Mann zu sein.* Das wissen wir nun. Dank Dieter Graumann.

Grass-Gedicht „Was gesagt werden muß“

Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat im Handelsblatt einen hysterischen, weinerlichen und schließlich radikalen Artikel über Grass verfasst.

Hysterisch, weil er die allzu offenkundigen Schwächen und Fehler in Grass‘ israel-feindseligen Gedicht „Was gesagt werden muss“ statt in nüchterner Kritik darzulegen vorzugsweise in überdrehten, hyperventilierenden Beschreibungen bewertet:

… ein Pamphlet von Hass und Hetze.

…judenfeindliche[n] Klischees ohne Ende.

Weinerlich, weil er sich nicht ärgert über einen, der seines Erachtens Dinge falsch darstellt, sondern dazu wie ein Waschweib jammert und keift. Das ist genauso peinlich wie so manche pathetische Stelle in Grass‘ Gedicht:

Günter Grass, die arme geschundene Seele,  hat sich offenbar unter heftigsten Schmerzen gewunden und sich allzu lange

verkrampft zurückhalten müssen, sein ganzes Leben lang.

Israel wird ganz wissentlich zum „Juden“ unter den Staaten gemacht…

Radikal schließlich, weil Graumann kein bisschen Platz lässt für Zweifel, für Mißverständnisse, für Interpretation.

Graumann: Grass ist ein Alt-Nazi

Nein: Graumann zufolge ist Grass ein eingefleischter Antisemit, der bisher verkappt war aber nun offen zutage tritt. Ein SS-Mann durch und durch. Kurzum: ein Nazi.

Wer antisemitisch agitiert, wer judenfeindlich argumentiert, wer antisemitische Klischees zuhauf verwendet – was wäre der denn anderes als ein Antisemit?

Günter Grass hat zwar die Waffen-SS verlassen.
Aber offenbar hat die Judenfeindschaft der Waffen-SS Günter Grass doch niemals verlassen.

Grass hat es Graumann auch leicht gemacht.

Der Dichter hat sich – soweit es nach dem Zentralratspräsidenten geht – schon mit der ersten Zeile als Antisemit zu erkennen gegeben. Graumann analysiert:

Schon alleine der Titel und der Anfang. „Was gesagt werden muss“.

Es ist die Formel, mit der gewohnheitsmäßig Antisemiten von jeher ihre judenfeindlichen Stammtischreden zu beginnen pflegen.

Man wüßte gerne, an wie vielen Stammtischen Graumann gelauscht hat, oder ob es sich nicht vielmehr um eine Plattitüde handelt, die aber ein Argument sein muss.

Grass sieht das gute Israel nicht!

Sieht Grass denn gar nicht das wahre Israel, fragt Graumann:

Israel, die einzige Demokratie der Region, das einzige Land in dem auch Minderheiten Ihre Rechte ausleben können, der Staat, der unsere westlichen Werte tagein tagaus verteidigt…

So dämlich die Darstellung Grass‘ ist, Israel würde womöglich das persische Volk atomar auslöschen, so dreist ist die Mär von der israelischen Demokratie und ihren Werten.

Leider schafft es kein israelischer Palästinenser, sich in deutschen Medien Gehör zu verschaffen. Er oder sie würde uns etwas erzählen über Demokratie und Gleichberechtigung.

Westliche Werte mit Brandbomben verteidigen?

Und hört doch auf mit den „westlichen Werten“. Die israelische Armee wollte „die Uhren des Libanon um zwanzig Jahre zurückdrehen“ und hält sich heute noch an die Dahiyeh-Militärdoktrin Ihres General Eizenkot. Diese Doktrin verlangt den Einsatz „unproportionaler Härte“ gegenüber dem Feind. Allein diese offizielle Formulierung zeigt den erklärten Willen Israels, sich nicht ans Kriegsvölkerrecht halten zu wollen. Die Umsetzung lieferte Israel in Gaza, als es Weissen Phosphor gegen die Zivilbevölkerung einsetzte.

Das Land führt seit Jahrzehnten ein hartes Besatzungsregime in der Westbank und Herr Graumann möchte irgend jemandem etwas erzählen von Werten? Oder meint er seinen Militärrabbi, der Vergewaltigung im Krieg für akzeptabel hält, solange es die Moral der Truppe stärkt?

Herr Graumann kann der Meinung sein, dass Israel ihre Werte völkerrechtswidrig (und militärisch sinnlos) mit Weissem Phosphor verteidigen darf, aber er hat nicht das Recht sie im selben Atemzug als „unsere Werte“ zu deklarieren.

Für Graumann steht fest: Der antisemitische Dämon ist auferstanden und trägt nun das Antlitz Grass‘.

Man wünscht sich, Grass hätte geschwiegen. Und Graumann dazu.

— Schlesinger

UPDATE: Graumann erhält prominente Unterstützung. Der Dramatiker Rolf Hochhuth holt ebenfalls die Nazi-Keule heraus:

Du bist geblieben, was Du freiwillig geworden bist: der SS-Mann

Nur: Grass hat sich freiwillig zur U-Boot-Truppe gemeldet. Dort wurde er nicht genommen und statt dessen zur SS eingezogen. Daraus einen überzeugten SS-Schergen zu basteln ist perfide. Schämen Sie sich, Hochhuth.

* Grass kam zum Kriegsende als 17jähriger zur SS.

Bild: United States Gov. (Wikimedia Public Domain)

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