
Falls ja, wäre das ein weiterer, wenn nicht der abschliessende “Sargnagel” für die Kandidatur John McCains.

Der inzwischen 70jährige Powell schied unter mühsam verborgener Verstimmung zum Ende der ersten Amtszeit Bushs im Januar 2005 aus dem Amt als Secretary of State aus.

Im nachhinein bezeichnete Powell diese Situation als die schändlichste seines Lebens.
Powell formulierte angesichts der Vietnam-Erfahrungen die “Powell-Doktrin“, wonach jeder (mit internationaler Unterstützung) zu beginnende Krieg mit so massivem Einsatz geführt werden müsse, dass er in kürzester Zeit gewonnen werde. Diese im ersten Golfkrieg erfolgreich angewandte Strategie wurde von Verteidigungsminister Rumsfeld im Zuge der Vorbereitungen auf den zweiten Golfkrieg zum Ärgerniss Powells mißachtet.
Während Colin Powell aufgrund seiner latenten Opposition zu Bushs Irakpolitik unter den rechten Hardlinern Ansehen einbüßte, genießt er unter gemäßigten Republikanern unverändert hohen Respekt.
Bereits zu Beginn des Jahres äußerts Powell, dass er “Gefallen am Erfolg Obamas” finden würde. An anderer Stelle bezeichnete er die Idee, Obama könnte als erster Schwarzer Präsident werden “elektrifizierend“.
Er hat Obama inzwischen zweimal getroffen und sich mit ihm zum Thema Sicherheits- und Außenpolitik besprochen. Für Aufsehen sorgte seine dabei geäußerte Meinung, er würde denjenigen Kandidaten unterstützen, von dem er meine, er sei am besten für das Land geeignet:
“I’m going to support the best person that I can find who will lead this country”
womit klar wurde, dass sich der Republikaner Powell möglicherweise gegen den republikanischen Kandidaten stellen könnte.
Der politische Bobachter Tony Campbell folgert aus der Unterstützung Obamas durch Powell, sollte sie eintreten, ein Schachmatt für McCain. Damit dürfte er richtig liegen.
— Schlesinger
(Photo: Colin Powell mit Anthrax-Probe vor dem UN Sicherheitsrat)