Ausschuss: Sarah Palin hat Macht als Gouverneur missbraucht

Ein Untersuchungsausschuss der gesetzgebenden Körperschaft Alaskas hat seine Untersuchung im sogenannten Fall „Troopergate“ abgeschlossen und Sarah Palin des Amtsmißbrauchs für schuldig befunden.

Palin habe ihre Stellung dazu benutzt, ihren früheren Schwager, der sich in einem Scheidungskrieg von ihrer Schwester getrennt hat, aus seinem Amt als hochrangiger Staatspolizist („Trooper“) zu drängen.

Dazu habe sie nicht nur selbst vielfach bei dessen Vorgesetzten interveniert, sondern auch ihren Ehemann Todd mit einbezogen, ihn dienstliche Kanäle nutzen und Druck auf Untergebene ausüben lassen, um die Entlassung Trooper Michael Wootens herbeizuführen. Darüber urteilt der Ausschuss:

[Palin] „knowingly permitted a situation to continue where impermissible pressure was placed on several subordinates in order to advance a personal agenda.”
[unerlaubter Druck wurde auf verschiedene Untergebene ausgeübt, um eine opersönliche Agenda zu verfolgen.]

Der Vorgesetzte Wootens, Walt Monegan, hatte sich dessen Entlassung widersetzt. Er wurde seinerseits von Palin entlassen, die jedoch versicherte, dass dafür Budgetstreitigkeiten Ursache gewesen seien. Diese Version bestreitet Monegan.

John McCain hatte seiner Vize den hochrangigen Anwalt Edward O’Gallaghan zur Seite gestellt, um den Ausschuss zu Fall zu bringen. Zuvor hatte Frau Palin noch erklärt, uneingeschränkt mit dem Ausschuss kooperieren zu wollen. Mit der Wahl Gallaghans als Rechtsbeistand hatte sie ihre Strategie jedoch um 180 Grad gedreht.

Der Oberste Gerichtshof Alaskas (Supreme Court) hatte ein Ersuchen von Seiten Palins um Einstellung des Untersuchungsausschusses abgelehnt.

Auf das Ergebnis des Ausschusses hin müssen keine zwangsläufigen juristischen Schritte folgen. Der politische Flurschaden dürfte allerdings groß sein.

Bislang sind ihre Anhänger noch begeistert.

— BigDaddy