Israelis: Palästinenser sind Tiere!

Palästinenser sind Tiere!
Palästinenser sind Tiere!

Die grausamen Morde der Hamas an hunderten jüdischer Zivilisten können nicht entschuldigt werden. Ismael Haniya, der Führer der Hamas und erklärter Erzfeind Israels, hat kein Wort der Reue über diese Schandtaten hören lassen.

Die Frage ist, wie Israel damit umgehen will.

Versteht man sich auch im Krieg als zivilisierte Nation, die sich an die Regeln des Völker- und Kriegsvölkerrechts hält? Oder soll das alttestamentarische “Auge für Auge, Zahn um Zahn” gelten? Oder schlimmer?

Israel verspricht humane Kriegsführung

Ministerpräsident Netanjahu und seine Generäle wagen den Spagat.

Zum einen wollen sie der Welt versichern, dass sie nicht wie die Hamas sind und sich an die Regeln des Rechts und an die Gebote der Menschlichkeit halten wollen.

Zum anderen sind sie vom Eindruck der Gräuel der Hamas getrieben und wissen, wie aufgeheizt die Gemüter in der Bevölkerung und im Militär sind.

General Herzi Halevi, Oberbefehlshaber der israelischen Armee, hat als Losung ausgegeben:

In jedem Gebiet, von dem wir wissen, dass es dort Hamas-Mitglieder oder Hamas-Führer gibt, schlagen wir zu, präzise und mit großer Macht.

Generalstabschef Herzi Halevi

6000 Bomben auf Gaza in 6 Tagen

Ist so eine Aussage plausibel angesichts des Massen-Bombardements, das die israelische Luftwaffe bisher durchgeführt hat?

Nach eigenen Angaben hat die Luftwaffe in den ersten sechs Tagen über 6000 Bomben über Gaza abgeworfen und dabei haarsträubende Verwüstungen angerichtet, die an frühere Bilder aus Stalingrad erinnern oder an Bilder aus dem von Russland großteils vernichteten ukrainischen Mariupol:

Israel warf in 6 Tagen 6000 Bomben auf Gaza

6000 Bomben: Das sind mehr, als die US-geführte Kriegs-Koalition gegen den Islamischen Staat ISIS selbst auf dem Höhepunkt der multinationalen Kampagne pro Monat eingesetzt hat.

Täglich erreichen uns unzählige Bilder von getöteten und verstümmelten Zivilisten, und die Krankenhäuser in Gaza sind längst wieder an ihrer Leistungsgrenze.

Schon jetzt, nach wenigen Tagen Krieg, gibt es mehr Tote und Verletzte als während des letzten Gaza-Kriegs von 2014, der sechs Wochen gedauert hat. Die Gesundheitsbehörden in Gaza haben zuletzt über 2.300 Tote gemeldet (Stand 15.10.2023).

Man gewinnt den Eindruck, dass Israel die “kill-ratio” aus den bisherigen Kriegen, also das Verhältnis von toten Palästinensern zu toten Israelis, wenigstens zum Teil wiederherstellen will. Im furchtbaren Gaza-Krieg von 2008/09 (Operation Gegossenes Blei) war das Verhältnis rund 1:100 (13 tote Israelis vs. ~ 1390 tote Palästinenser lt. B’Tselem).

Tötet sie alle!

Die israelische Armee hat die Bevölkerung des nördlichen Teils von Gaza aufgefordert, in den Süden des Gazastreifens zu gehen. Das kann den Anschein erwecken, als handele es sich um eine humanitäre Maßnahme, aber tatsächlich ist die erzwungene Flucht von über einer Million Menschen, unter denen viele Alte, Kranke und Kleinkinder sind, eine menschenverachtende Maßnahme. Zu Recht hat das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen scharfe Kritik geäußert:

Wir sind entsetzt über die Aussicht, dass zu den über 423.000 Menschen, die bereits in der vergangenen Woche durch die Gewalt aus ihren Häusern vertrieben wurden, eine weitere Million Palästinenser hinzukommen könnten.
Es ist unvorstellbar, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Gazastreifens ein aktives Kriegsgebiet ohne verheerende humanitäre Folgen durchqueren könnte. Vor allem, wenn diese Menschen von lebenswichtigen Gütern und grundlegender Versorgung abgeschnitten sind.

UNHCR

Eine Erklärung für die offenkundigen Widersprüche zwischen humanitärem Anspruch der israelischen Armee und der Wirklichkeit liefert vielleicht der älteste Reservist der israelischen Armee.

Der 95-jährige Ezra Yachin hat schon während des Unabhängigkeitskriegs Israels in der radikalen Untergrundorganisation LECHI gekämpft. Yachin wurde aktuell tatsächlich zum Wehrdienst eingezogen, offenbar aber nur, um für Motivation zu sorgen.

In einem deutschen Massenblatt wird Yachin schon mal als rühriger Soldaten-Opa dargestellt, der in Zeiten der Not zu seinen Kameraden steht und weder Tod noch Teufel fürchtet. Dass Yachin ein ausgemachter Araberhasser ist, wird nicht erwähnt. Immerhin macht der Alte keinen Hehl aus seiner Einstellung und ermuntert bei seinen Frontbesuchen die israelischen Soldaten und Soldatinnen dazu, die “Araber” allesamt umzubringen:

Palästinenser sind Tiere! Hast Du einen Araber in der Nachbarschaft? Bring ihn um! Zerstör sein Haus! Lösch die ganze Sippschaft aus, Kinder und Mütter!

Die ganze Litanei ist in einem Video zu sehen (interessanterweise wurde das Video von Youtube entfernt. Auf Aljazeera ist es noch zu sehen).

Löscht Gaza aus!

Die Likud-Abgeordnete Galit Distel Atbaryan, die bis vor kurzem Ministerin war, hat am 2.11. auf Twitter/X geschrieben:

Hasse den Feind.
Hasse die Monster.
Jede Spur von internem Streit ist eine wahnsinnig dumme Energieverschwendung.
Investieren Sie [= die Abgeordneten der Knesset] ihre Energie in eine Sache:

Den gesamten Gazastreifen vom Erdboden vernichten.

Gaza sollte ausgelöscht werden.

Und Feuer und Rauch auf den Köpfen der Nazis in Judäa und Samaria (anm:: gemeint sind die Palästinenser in Westjordanland).

Hier ist eine rachsüchtige und grausame IDF erforderlich. Alles andere ist unmoralisch. Einfach unethisch.

https://twitter.com/GalitDistel

Vielleicht sollte man sich über solche Äußerungen nicht zu sehr wundern, da sie nicht unbedingt die Einstellung von Außenseitern wiedergeben, sondern von vielen in Israel vertreten werden, und auch nicht neu sind.

Rassismus als Teil Israels

Hat nicht der international renommierte Historiker Benny Morris schon vor Jahren über die Araber gesagt, dass es wilde Tiere seien, die man in einen Käfig sperren müsse?

Sagte nicht der frühere israelische Oberrabbiner Jitzhak Yosef im Jahr 2018, dass Schwarze wie Affen seien?

Meinte nicht der frühere Oberrabbiner der israelischen Armee Ayal Karim, dass israelische Soldaten im Krieg Frauen vergewaltigen dürften?

Bezeichnete nicht die frühere israelische Justizministerin (!) Ayelet Shaked alle Palästinenser pauschal als Mörder und Schlangen?

Hat nicht vor Jahrzehnten der israelische Autor Leon Uris mit seinem über 50 Millionen mal verkauften Bestseller “Exodus” einem riesigen Publikum zu Hause und weltweit durch seine jüdischen Helden charmant eingebläut, dass die Araber Betrüger, Mörder und Verräter sind?

Klagte nicht der Hauptmann der israelischen Luftwaffe Yonatan Schapira beim ersten Gaza-Krieg von 2008/9, dass seine eigene Militärführung die Palästinenser wie Tiere behandeln würde?

Etc.pp.

Um solche Einstellungen in diesem neuen Gaza-Krieg 2023 anzuwenden, müssen israelische Soldaten nicht mehr höchst persönlich Hand anlegen, wie unter anderem damals, bei den Massakern von Qibya oder Deir Jassin oder der Massen-Vergewaltigung und Tötung einer Bedouinin.

Die Verachtung lässt sich einfach dadurch in Taten umsetzen, indem man auf höchst zivilisierte Art Tonnen von Bomben herab regnen lässt.

— Schlesinger jr.

Bild: Account der israelischen Luftwaffe auf Twitter / X.

Photo: Screenshot Aljazeera Video von Ezra Yachin.

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