Israels Armee tötet schneller

Israelische Armee

Der Titel „Israels Armee tötet schneller“ ist natürlich Unsinn, weil sich sofort die Frage stellt „schneller als was?“. Schneller als Lucky Luke? Als Teil einer Karikatur wäre der Titel denkbar. Hier die Erklärung:

In der historischen Ausgabe des „Palestine Bulletin“ vom 21. Juli 1930 wurde für das Insektenvernichtungsmittel „FLIT“ geworben.

Das Mittel sollte vor allem gegen Bettwanzen wirken, aber im Beschreibungstext wurde auch gesagt, dass es gegen Ameisen, Motten und Kakerlaken gut sei.

Das Stichwort Kakerlaken erinnert an einen Spruch des ehemaligen israelischen Oberbefehlshabers Rafael Eitan.

Eitan war berühmt-berüchtigt für seine taffe Art, seine markigen Sprüche und sein brutales Vorgehen im Libanonkrieg von 1982. In dieser Hinsicht passte er perfekt zu seinem wahrscheinlich noch brutaleren Verteidigungsminister Ariel Scharon.

Eitan sagte über die Palästinenser:

Sobald wir das Land besiedelt haben, können die Araber nur noch wie betäubte Kakerlaken in einer Flasche umherhuschen.

Quelle: BBC
Kakerlaken
Karikatur im Geist von Rafael Eitan: Palästinenser als Ungeziefer. Im Original heisst es „FLIT kills quicker“, aber „IDF“ – also die israelische Armee – passt als böse Karikatur auch ganz gut.

Eitan beschränkte sich seinerzeit nicht auf böse Worte, sondern ließ Taten folgen.

Rafael Eitan und sein Vorgesetzter Ariel Scharon waren mitverantwortlich für das grauenhafte Massaker im palästinensischen Flüchtlingslager Sabra und Schatila in Beirut. Eine libanesische Miliz mordete, vergewaltigte und verstümmelte dort zwei Tage lang palästinensische Zivilisten. Die israelische Armee gab dazu Rückendeckung.

Die NEW YORK TIMES schrieb in einem Nachruf zu Rafael Eitan sehr milde:

Die [israelische] Kahan-Kommission, die das Massaker von Sabra und Schatila untersuchte, kam 1983 zu dem Schluss, dass Herr Sharon, der damalige Verteidigungsminister, und Herr Eitan, der damalige Stabschef, beschlossen hatten, die libanesischen Phalangisten-Milizen in die Lager zu schicken. Obwohl Informationen bekannt wurden, dass die Phalangisten „es übertrieben“ hätten, haben sie nicht eingegriffen.

Herr Eitan durfte nach 37 Jahren beim Militär in den Ruhestand gehen. Im zivilen Leben war Herr Eitan dann Zimmermann und Olivenbauer.

Quelle: NYT

An dieser Stelle lohnt sich ein Blick auf die Webseite der israelischen Armee. Dort kann man bewundern, wie sich eine High-Tech-Armee „zeitgemäß“ zu inszenieren hat.

SO SEHEN HELDEN AUS!

Wie sagte der ehemalige Hauptmann der israelischen Luftwaffe Yonatan Schapira nach dem Gaza-Krieg 2009, in dem Israel unter anderem verbotene Phosphor-Brandbomben einsetzte?

Wir behandeln sie [die Palästinenser] wie Tiere.

CafeTelAviv

Anspruch und Wirklichkeit.

— Schlesinger

Filmempfehlung: Waltz with Bashir

Karikatur: CafeTelAviv, auf Basis einer historischen Werbe-Anzeige aus dem Jahr 1930

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