Grün ist nicht Birkenstock und nichts für Pussies

Pulitzer-Preisträger Thomas L. Friedman ist bekannt für seine anschaulichen, prägnanten Formulierungen.

Auf einer Buchvorstellung sprach er zum Thema „GRÜN“ und Erneuerbare Energien bzw. Umwelttechnologien („ET“, Envrironmental Technologies).

Er beginnt seine Buchvorstellung mit dem Hinweis, es gehe nur vordergründig um Umwelt. In Wirklichkeit gehe es vielmehr darum, dass die USA den Biss verloren hätten, führend sein zu wollen. Er meine, Amerika könne und müsse sich das zurückholen.

SMART: Schweizer Erfindung, Deutsche Technik, nichts aus Amerika

In Südafrika habe er im letzten Jahr eine Werbung gesehen, die ihn wirklich sauer gemacht habe. Auf einem Riesenplakat sei ein SMART zu sehen gewesen mit dem Untertitel:

Swiss Innovation – German  Engineering – American Nothing

Das nimmt Friedman nur als Aufhänger, um zurück zu gehen zu 9/11, wo seines Erachtens der Abstieg begonnen hat. Amerika habe seitdem nicht mehr Hoffnung exportiert, sondern Angst.

Über diesen Exkurs schwenkt der Autor langsam ein auf die Perspektive, dass sich Amerika mit Hilfe der Option „Grün“ in vielfacher Hinsicht erneuern könne.

Birkenstock war gestern

Man müsse mal Folgendes aus den Köpfen bekommen: Grün, das sei doch Birkenstock und etwas für Weicheier („Sissies“), das sei unpatriotisch und gefährde indirekt die Nationale Sicherheit. Es sei auch irgendwie „europäisch“. Ist nicht auch Al Gore irgendwie „europäisch“? (Lachen aus dem Publikum).

Nein, meint Friedman, das alles ist völlig überholt. Grün ist mehr als „alternativ“, Grün ist die neue Zukunft. Die USA müssen umsteigen und zum Welttechnologieführer in Sachen Umwelttechnik werden. Dann sei das nicht nur rational, sondern auch patriotisch, kapitalistisch und sehr förderlich für die Belange der Nationalen Sicherheit.

Unterhaltsam, anregend, sehenswert:

— Schlesinger