Die Kriege des John McCain

McCain ist Soldat durch und durch. Selbst in seinen zivilen Zeiten als Senator hat er die Welt stets durch die Brille des Soldaten, nein, des Kämpfers gesehen. Der ATLANTIC zeichnet das Naturell McCains detailliert, nüchtern, ohne Voreingenommenheit und ohne ihn zu verurteilen.

McCain ist kein Mann – und dem würde ich mich sogar anschliessen – der den Krieg will oder sucht.

McCain ist aber ein Mann – meine Interpretation, nicht die des ATLANTIC – der aufgrund eingeschränkter Sichtweisen auf eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten reduziert ist. Das macht ihn gefährlich, höchst gefährlich, auch als Soldat mit nur guten Absichten.

Leseempfehlung auf dem ATLANTIC

So prinzipientreu McCain in Kriegsdingen ist, so wankelmütig ist er in wirtschaftlichen Angelegenheiten. Am Dienstag warnter vor jeglichen staatlichen Eingriffen in gebeutelte Finanzunternehmen, am Mittwoch entschied er sich im Falle des weltgrößten Versicherers AIG entgegengesetzt:

With the economy in turmoil and the country’s second-largest insurer faltering, John McCain was unequivocal Tuesday:

„We cannot have the taxpayers bail out AIG or anybody else.“

By Wednesday, he had changed his mind.

Ebenfalls wenig Zutrauen flößt sein kaum haltbarer Optimismus ein, wenn er Anfang der Woche sein unlängst abgegebenes Urteil bekräftigte, der US Wirtschaft gehe es prinzipiell gut:

„the fundamentals of our economy are strong“

— Schlesinger

Das Buch über den Terrorismus, von dem McCain sagt, er habe am meisten daraus gelernt: