Free FOUAD – Wird Washington aktiv werden?

Photo: www.freefouad.com

Am 10. Dezember wurde der in Saudi-Arabien populäre Blogger Fouad al-Farhan inhaftiert.
Die WASHINGTON POST berichtet heute:

Saudi Arabia’s most popular blogger, Fouad al-Farhan, has been detained for questioning, an Interior Ministry spokesman confirmed Monday. It was the first known arrest of an online critic in the kingdom.

Farhan, 32, who used his blog to criticize corruption and call for political reform, was detained „for violating rules not related to state security,“ according to the spokesman, Maj. Gen. Mansour al-Turki, responding to repeated requests for comment with a brief cellphone text message.

Farhan’s Dec. 10 arrest was reported last week on the Internet and has been condemned by bloggers in Egypt, Tunisia, Morocco and Bahrain.

The Saudi news media have not yet reported the arrest, but more than 200 bloggers in the kingdom have criticized
Farhan’s detention, and a group of supporters have set up a Free Fouad Web site.

Farhan, who was educated in the United States and owns a computer programming company, was arrested at his office in Jiddah and then brought home, where his laptop was confiscated, said his wife, who spoke on condition that her name not be published to protect her privacy.
„They arrested him because of his blog. I haven’t seen him since. We don’t know where he is,“ she said.

Saudi Arabia, an absolute monarchy that restricts press and speech freedoms, does not allow political parties, civil rights groups or public gatherings. But since King Abdullah took the throne in 2005, official tolerance of criticism and debate has grown.

Even so, Farhan told The Washington Post and others in early December that an Interior Ministry official had warned him that he would be detained because of his online support for a group of men arrested in February and held without charge or trial.

Wird Washington in Riad intervenieren, um jemanden zu schützen, der von seiner Regierung Rechtstaatlichkeit fordert? Die im Februar 2007 Verhafteten wurden wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung verhaftet.

Der Anwalt stellt just das Gegenteil dar: Die Gruppe der Geschäftsleute, Akademiker und einem früheren Richter (!) sei inhaftiert worden, weil sie im Begriff waren, eine Bürgerrechtsbewegung zu gründen.

Das klingt plausibel, denn bei „echten“ Terroristen würde sich Riad gewiß keine Zurückhaltung auferlegen, Anklage zu erheben bzw. einen Prozeß zu eröffnen.
Nochmals: Wird Washington intervenieren? Wohl kaum.

Zur Erinnerung: Die meisten der Attentäter von 9/11 kamen aus Saudi-Arabien. In Saudi-Arabien wird die radikalste Form des Islam – der Wahhabismus – gepflegt. Dabei handelt es sich um ein stillschweigendes Abkommen zwischen der königlichen Dynastie der Sauds und den relogiösen Fundamentalisten: Ihr an der Regierung schöpft die Einnahmen aus den Ölgeschäften ab, und dafür erhalten wir Kleriker (weitgehend) freie Hand und Subventionen, um unsere Form der Religion weiter zu verbreiten. Aus dieser sich frei entfaltenden Form von religiösem Fanatismus konnte der saudische Bin-Laden und seine Gefolgsleute hervorgehen, die freilich ebenso gegen ihre Regierung agitierten, wie sie es gegen den Westen taten. Nur weil Al-Quaida die fragile Balance zwischen Regierung und Klerus störte, wurden sie von den Sauds erfolgt. Keinesfalls deswegen, weil sie gegen den Westen hetzten. Letzterer Punkt gehört durchaus zum Deal der Königsfamilie mit dem Rest des Landes. Solange keine Al-Quaida-Extremisten gegen den Westen oder die USA in extremer Form aufwiegeln, wird nichts den Burgfrieden zwischen Saudi-Arabien und den „oil-addicted“ USA stören.

Wie meinte Thomas L. Friedman schon in 2002: „Das Bush-Team unterstützt demokratische Bewegungen innerhalb autoritärer Regimes nur wenn die Regimes gegen die USA gestellt sind, nicht wenn sie auf der Seite der USA stehen.“

Das hat auch noch 5 Jahre später seine Gültigkeit.

Es sieht schlecht aus für Fouad.

— Schlesinger