Teheran lässt Aufrührer verhaften

Die „Drahtzieher“ hinter den „Unruhen“ in Teheran seien verhaftet worden bzw. würden verhaftet, lässt der für die Geheimdienste zuständige Minister in der Regierung Ahmadinedschad wissen:

„The Intelligence Ministry has identified and arrested a number of the main agents and elements behind acts of vandalism in recent days in Tehran,“ said Intelligence Minister Gholam-Hossein Mohseni Eje’i.

He added that the Intelligence Ministry has a responsibility to arrest and prosecute members of ’some groups which enter public rallies and attempt to cause unrest and chaos‘.

Parlamentssprecher beschuldigt Innenministerium

Indessen hat der iranische Parlamentssprecher Ali Larijani das Innenministerium für Übegriffe auf Universitätscampusse und Zivilisten verantwortlich gemacht, wie Al Jazeera berichtet. Der SPIEGEL ergänzt:

„die Machthaber selbst setzen auf das Doppelspiel von Zugeständnis und Warnung: Parlamentspräsident Ali Laridschani, als ehemaliger Chefverhandler in den Atomgesprächen mit dem Westen wohlgeübt in der Krisenkommunikation, kritisierte den blutigen Überfall auf ein Teheraner Studentenwohnheim in der Nacht zu Montag.

Das Innenministerium müsse klären, warum die Sicherheitskräfte das Haus verwüstet, warum Studenten verletzt oder gar getötet worden seien. Doch auch Laridschani vergaß nicht, darauf hinzuweisen, dass ausländische Mächte die Protestbewegung unterwandert hätten – um dann gegen die vermeintlichen Strippenzieher jenseits der Grenzen zu wettern. Iran verbitte sich die Einmischung der USA und anderer westlicher Länder“

Hierzulande entscheidet allzu oft die „außenpolitische Glaubensrichtung“, ob man als Amerika-Kritiker diesen Hinweisen leidenschaftlich zustimmt, oder sie brüsk ablehnt, weil man Ahmadinedschad als Wurzel allen nahöstlichen Übels sieht.

Beweise können meist weder die einen noch die anderen vorlegen, inbrünstige Stellungnahmen dagegen umso mehr.

— Schlesinger

(Photo: Gholam-Hossein Mohseni, Al Jazeera)